Schöfferdenkmal Gernsheim

Historischer Hintergrund

Peter Schöffer als historische Figur

Peter Schöffer: Frühe Jahre und Herkunft im Ungewissen

Peter Schöffer wurde um das Jahr 1425 – so ganz genau weiß man es nicht – in Gernsheim am Rhein geboren. Man nimmt an, dass sein Geburtshaus im sogenannten Schafviertel in der Nähe des Kloster Erbach’schen Hofes stand, in der heutigen Schöfferstraße, Ecke Schafstraße. Auch was seine Eltern genau gemacht haben, ist nicht bekannt.

Bildung und erste Schritte: Peter Schöffers Studien- und Wanderjahre

Nach dem Schulbesuch in Gernsheim war er 1444 und 1448 an der Universität Erfurt immatrikuliert; an der Sorbonne in Paris studierte er entweder Rechtswissenschaft oder Theologie. 1449 war er in der französischen Metropole als Schreiber, Handschriftenhändler und Kalligraph tätig, was im Kolophon (Schlussschrift) einer Handschrift aus diesem Jahr nachgewiesen ist, in dem er sich Petrus de Gernsheim alias Moguntia nennt.

Rückkehr nach Mainz: Schöffers Weg zur Weiterentwicklung des Buchdrucks

Um 1450 scheint er nach Mainz zurückgekehrt zu sein. Ab 1452 arbeitet er in Mainz im Auftrag von Johannes Fust gemeinsam mit Johannes Gutenberg an der Perfektionierung des modernen Buchdrucks und der weltberühmten 42-zeiligen Bibel. Seit 1455/56 war er dann bis zum Tode Fusts (1466) in der Fust-Schöfferschen Druckerei und Verlagsbuchhandlung beschäftigt. Das letzte Werk mit der gemeinsamen Firmenbezeichnung von Fust und Schöffer war Ciceros De officiis, abgeschlossen 1466.

Schöffers eigenständige Werkstatt: Familiengründung und Aufstieg als Drucker

Ab dem Jahre 1467 existiert schließlich die eigenständige Druckerei Schöffers in Mainz. Um 1467 heiratet er Christina Fust, der Tochter von Johannes Fust. Mit ihr hat er vier Söhne Gratian, Johannes, Peter und Ludwig. Mit Ausnahme von Ludwig Schöffer, von dem keine weiteren Lebensdaten vorliegen, waren die drei anderen in der Druckkunst weiter tätig.

Pionier des Buchdrucks und Wegbereiter der Massenkommunikation

Peter Schöffer wird heute als einer der besten Drucker, Verleger und Buchhändler Europas gesehen, der die künstlerischen Grenzen auslotete und durch dessen geschäftliche Tüchtigkeit sich der internationale Buchmarkt für intellektuelle Debatten beziehungsweise zur Massenkommunikation öffnete. Der Offizin Schöffer werden mehr als 250 Einblattdrucke und Bücher zugeschrieben. Ab 1470 arbeitete Schöffer mit Buchmalern zusammen, die heute unter dem Notnamen der Werkstatt der Mainzer Riesenbibel zusammengefasst werden.

Mainzer Richter, Frankfurter Bürger und Pionier der Schriftkunst

Etwa 1470/71 erwarb Schöffer den Hof zum Humbrecht in Mainz, der später Schöfferhof genannt wurde. Dieser Hof gab der Schöfferhofer Brauerei ihren Namen. Von 1489 bis zu seinem Tode 1503 war Peter Schöffer weltlicher Richter in Mainz.

Mitbegründer der Frankfurter Buchmesse und Meister der Schriftkunst

Peter Schöffer ist auch Mitbegründer der Frankfurter Buchmesse und wurde im Jahre 1479 Bürger der Stadt Frankfurt. Sein bedeutendster Verdienst war die Entwicklung und Vervollkommnung der Schriftsetzung. Als Beispiel sei hier der sogenannte Mainzer Psalter genannt. Peter Schöffer hat sich häufig in den Schlussschriften seiner Drucke als Peter Schöffer aus Gernsheim genannt.

Der Mainzer Psalter: Schöffers Innovation in der Buchherstellung

Mit dem Mainzer Psalter versuchte Schöffer die Buchherstellung zu perfektionieren, indem er dem Drucker nicht nur die Arbeit des Schreibers, sondern auch die des Rubrikators übertrug. Denn analog zur Handschriftenherstellung lieferten die Drucker sonst nur unrubrizierte Produkte mit freigelassenen Stellen, in die der Käufer nach eigenem Geschmack und nach eigener Preisvorstellung von einem Rubrikator farbige Initialen einsetzen lassen konnte.

Innovation und Ästhetik: Schöffers Weg, den Buchdruck zu perfektionieren

Sein Ziel war, dem gedruckten Buch ohne manuelle Rubrizierung das Aussehen einer Handschrift zu geben. Es gelang ihm, zweifarbige Initialen, in Rot und Blau, in einem Arbeitsgang mit dem schwarzen Text zu drucken, indem er jede Initiale im Metallschnittverfahren in einzelne Teile zerlegbar machte, die für den Druck auseinandergenommen und separat eingefärbt werden konnten.[7] Dadurch konnte das Buch unmittelbar von der Presse zum Buchbinder gebracht werden. Allerdings setzte sich diese Technik nicht durch, weil sie zu aufwendig und damit teuer war. So blieb die Rubrizierung der gedruckten Bücher in der Frühdruckzeit in Gebrauch. Andererseits entwickelte sich bald eine neue, schlichtere Buchästhetik, zum Beispiel mit Holzschnitt-Initialen, die auf Farbe als das Erbe mittelalterlicher Manuskriptkultur ganz verzichten konnte.

Peter Schöffer in Gernsheim: Ein bleibendes Erbe

Die Stadt Gernsheim hat Peter Schöffer 1836 ein Denkmal errichtet, das wahrscheinlich im  Schöfferjahr 2025 im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen wird.

Nach Peter Schöffer ist in Gernsheim vieles benannt:

Die ehemalige Schöfferschule (heute Schöfferhaus mit Museum), die neue Peter-Schöffer-Schule, der Schöfferplatz, mit Denkmal und Schöfferhaus, die Schöfferstraße

Quelle: Wikipedia et al.